Werke von Johann Sebastian Bach/Reinhard Febel, Johann Sebastian Bach/György Kurtág, Rouzbeh Rafie und Igor Strawinksy
Anbetungen
Seit drei Jahrzehnten steht das Duo Villarceaux für eine unverwechselbare musikalische Handschrift, die höchste Präzision mit künstlerischem Wagemut, klanglicher Fantasie und poetischer Tiefe verbindet. International gefeiert, lotet das Duo die Grenzen des Klavierduos immer wieder neu aus – neugierig, kompromisslos und voller Energie.
Das Programm spannt einen faszinierenden Bogen von der spirituellen Kraft barocker Choräle bis zur eruptiven Klanggewalt der Moderne. Choralbearbeitungen von György Kurtág und Reinhard Febel eröffnen neue Perspektiven auf die Musik Johann Sebastian Bachs. Dabei begegnet die barocke Tradition einer zeitgenössischen Klangsprache, die Vertrautes hinterfragt, verwandelt und in überraschendem Licht erscheinen lässt. Reinhard Febel, Composer in Residence des Festivals, ist mit seinen Choralbearbeitungen Teil dieses musikalischen Dialogs. Die Auseinandersetzung mit seinem Schaffen setzt sich im Verlauf des Festivals fort und mündet am letzten Abend in die Uraufführung seines Auftragswerks Concertino für Klavier und Streichorchester.
Nach der Pause entfaltet sich mit Igor Strawinskys Le Sacre du Printemps in der Fassung für Klavier zu vier Händen ein musikalisches Naturereignis von archaischer Wucht und rhythmischer Urgewalt. Was einst als revolutionäres Orchesterwerk die Musikwelt erschütterte, wird unter den Händen des Duo Villarceaux zu einem geradezu körperlichen Klangerlebnis – virtuos, eruptiv und von einer Intensität, die weit über die Grenzen des Instruments hinausweist.
Der Deutschlandfunk beschreibt diese Interpretation als ein Spiel, das das heidnische Menschenopfer aufführt, „als sei’s für einen bronzezeitlichen Konzertflügel mit Blutrinne komponiert“. Ein Abend zwischen kontemplativer Versenkung und elementarer Kraft, zwischen feinster Klangpoesie und musikalischem Ausnahmezustand.