Einführung zu Goldberg in Motion
… ohne Anfang und ohne Ende …
Schon immer wurde den Goldberg-Variationen ein besonderer Rang zugemessen, gelten sie unter den Pianisten als besonderer Prüfstein, technisch und interpretatorisch. Es ist die innere Ausleuchtung, gewissermaßen als Gratwanderung und Durchschreiten eines großen Kreisbogens, als Ausgangspunkt und Rückkehr zu apotheotischer Stille, als Findung in einer ganz besonderen Konzentration innerer wie äußerer Komplexität, einer Allumfassenheit innerer wie äußerer Stimmigkeit und Homogenität, die Hervorbringung der Explosion der inneren Keimzellen in der Reduktion der Mittel, und damit in einer besonderen Feinsinnigkeit, Nervigkeit und Farblichkeit. Es ist das „Spiel“ mit besonderen Mitteln, das Finden nicht etwa im Ausweg von Verdoppelungen und sonstigen Spielereien, sondern in der festgefügten inneren Strenge und Ordnung. Es ist eine besondere Form von Verinnerlichung, innerer wie äußerer Lyrik – dies macht die Goldbergvariationen so einzigartig – und so schwierig. Ein »Universum« von ungeheurer Komplexität, dessen Bedeutung einem Alpha und Omega der Musik schlechthin gleicht, als Musik hingegen sich aus dem Nichts heraus entwickelt und darin wieder entschwindet, quasi in einem Zustand der stillstehenden Zeit …